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Pachtverlängerung ausgeschlossen

2012 wurde der Mietvertrag mit dem Immobilienbesitzer um weitere zehn Jahre verlängert. Die Perspektive hinter diesen zehn Jahren war eindeutig: Am 31.12.2022 muss das ProVital Münster schließen, eine weitere Verlängerung des Mietverhältnisses konnte man ausschließen. Die Schließung nimmt also etwas vorweg, was 18 Monate später ohnehin hätte passieren müssen. Dennoch ist uns die Entscheidung schwer gefallen, jede Alternative wäre aber in der aktuellen Situation schlechter gewesen.

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Bausubstanz und Gebäudestruktur

Seit 2012 hat es verschiedene Situationen gegeben, in denen einen vorzeitige Beendigung des Mietverhältnisses im Raum stand. Das Hauptproblem, das sich buchstäblich immer mal Bahn brach, waren die Wasserschäden. Der großzügige Saunabereich im Obergeschoss mit Schwimmbad und Duschen nagt an der Bausubstanz, eine dauerhafte Behebung aller Baustellen ist nicht mehr möglich. Das Gebäude ist nicht gebaut worden, um ein Fitness-Studio zu beherbergen. Schon die Sauna im Obergeschoss, die vor dem ProVital da war, ist im Grunde ein Geburtsfehler.

Wer das ProVital und seine Geschichte kennt, weiss um die bauliche Entwicklung. Unzählige Ergänzungen und Erweiterungen prägen die Geschichte. Erst nutzten wir ein Viertel der Gesamtfläche, dann die Hälfte, irgendwann war das gesamte Gebäude ans ProVital vermietet. Allen Beteiligten war klar, dass dieser Zustand enden wird. Nicht zuletzt, weil jede zusätzliche Fläche einen erneuten Integrationsaufwand erforderte.

Diese Gesamtsituation hat uns nie davon abgehalten, zu investieren, zu renovieren und zu modernisieren. Wer sich an die zahlreichen großen Renovierungen in den letzten Jahren erinnert, weiss um unsere Ambitionen. Mit viel gutem Willen und aufwändigen Gestaltungen ist es gelungen, dem ProVital trotz der räumlichen Beschränkungen einen eigenen Charme zu geben und ihn immer zu erhalten.

 

 

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Wirtschaftlichkeit

Die Corona-Pandemie hat für uns zu der im Grunde paradoxen Situation geführt, dass niemand wegen Corona gekündigt hat, wir aber trotzdem in einem Jahr fast 500 Kunden verloren haben. Denn der normale Mitgliederverlust wegen beruflicher und privater Veränderungen wird aktuell nicht durch den normalen Mitgliederzuwachs kompensiert. Wir erleben, was viele Vereine, Organisationen und Firmen auch erleben – das Neukundengeschäft liegt brach.

Das ist kein Grund zu dauerhaftem Pessimismus. Nach der Pandemie werden sich die Zahlen erholen und das ProVital hätte ganz bestimmt von dieser Erholung profitiert und partizipiert. Einen wirklichen Neustart wird es frühestens im Herbst/Winter 2021 geben. Vor dem Hintergrund der zwingenden Geschäftsaufgabe im Dezember 2022 wird das für uns zu spät sein. 

Seit der erzwungenen Schließung im November 2020 ist klar: Jeder Tag, der uns keine neuen Kunden bringt, ist für uns ein verlorener Tag. Die Laufzeiten der Verträge, die wir mit neuen Kunden abschließen könn(t)en, werden immer kürzer. Und damit wird es schwieriger, die Kosten für die Kundengewinnung über die Beitragsdauer zu refinanzieren. Gerade der Einstieg ins Training ist relativ aufwändig und damit personalintensiv. Auch hier hätte sich eine Lücke aufgetan, die mit jedem Monat größer wird.

 

 

 

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Interessen der Mitglieder und Mitarbeiter

Seit Januar haben wir darauf verzichtet, Mitgliedsbeiträge abzubuchen. Die November- und Dezemberhilfen werden einen Teil der Verluste ausgleichen, die Überbrückungshilfe III wird einen Teil der Fixkosten decken. Es kann sein, dass wir auch bei einer Öffnung in den letzten Wochen keine Beiträge abbuchen werden. Das wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Wir werden uns auf jeden Fall bemühen, Ihren Ansprüchen und Erwartungen gerecht zu werden.

Neben den Interessen unserer Mitglieder richten wir unser Augenmerk natürlich auf die Interessen unserer Mitarbeiter. Auch sie sind zum großen Teil seit vielen Jahren bei uns und entsprechend verunsichert. Die aktuelle Situation in der Branche ist schwierig. Wir arbeiten an unterschiedlichen Ideen und hoffen auf gute Ergebnisse. Auch dazu werden wir Sie in den nächsten Wochen ausführlicher informieren.

Hinweis: Diese Textpassage wurde am 17.03.2021 wegen einer inhaltlich falschen Angabe korrigiert.